Die 1. Breckerfelder Museums-Nacht kann man rundum als eine gelungene und wiederholungsfähige Veranstaltung bezeichnen.

Den ganzen Tag über hatte die Sonne ihr Bestes gegeben und gerade als ich mich auf den Weg nach Breckerfeld aufmachte, zogen leichte Gewitterwolken auf und die ersten Regentropfen setzten sich in Gang. Das konnte mich aber keinesfalls von meinem Vorhaben abhalten, denn ich war neugierig, wie diese im Verhältnis zu anderen Städten im EN-Kreis relativ kleine Stadt dieses Event handeln würde und was die Breckerfelder so auf die Beine stellen würden.
Morgens im Radio WDR5 hatte ich bereits die Ankündigung gehört und etwas, das mich schon sehr begeisterte. Johannes Dennda vom Stadtmuseum Breckerfeld e.V. hatte in einem Interview geäussert, das man sich an großen, erfolgreichen Projekten orientieren wolle und diese einfach auf die vorhandenen Gegebenheiten „herunterbrechen“ wolle. Und genau das ist es, was meine Begeisterung entfachte, denn das ist auch unser Prinzip beim KulturgartenNRW. Man kann so viel auf die Beine stellen, wenn man mit offenen Augen unterwegs ist, auch mal über den Tellerrand schaut und dann  gute und große Dinge nicht einfach kopiert, sondern entsprechend anpasst.

Und das ist den Breckerfeldern mit Ihrer 1. Museumsnacht hervorragend gelungen. Trotz leichtem und später stärkerem Regen, hatten sich Interessierte auf den Weg gemacht um von Station zu Station zu gehen. Insgesamt 9 Anlaufpunkte gab es, die in der Stadt rund um die Ev. Jakobus-Kirche verteilt waren. Überall war etwas Sehenswertes aus dem Kunst- und Kulturbereich zu finden. Ausgefallene Fotografien von Christof Wippermann, Gemälde von Claudia Kuhnig im Friseursalon Schourp und bei Halikarnas, Breckerfelder Bilder von Hans Pfingsten und Gemüseschnitzereien von Martin Krumme in der Konditorei Pfingsten, Doris Kleffner hatte bei ihrer Lesung ebenfalls eigene Bilder ausgestellt, Holzskulpturen von Waltraud Schroll und jede Menge Originale der Mitglieder der Kunstfreunde Breckerfeld und im Museum hatte Dorit Breyer ihre digitalen Grafik-Design-Werke aus der Serie „Eigenart“ ausgestellt, die einen spannenden Kontrast im Gegensatz zu den sonst altertümlichen Gegenständen des Museums boten. Ja und das Museum selbst ist immer einen Besuch wert. Hier wähnt man sich in eine längst vergangene Zeit zurück versetzt, wenn man die alten Gerätschaften der Schuhmacherei, oder die Nähmschinen und die Mangel betrachtet. Momente, die teils längst in Vergessenheit geraten sind.
Überall gab es Live-Musik, Getränke und Häppchen  und überall war es eine wunderbare Atmosphäre, da jeder Treffpunkt seine eigene Ausstrahlung und persönliche Individualität hatte. Manchmal war es schwer, sich aus der Gruppe zu lösen und zum nächsten Ort zu ziehen. Und wenn draussen nicht die Dudelsackpfeiferin mit dem Nachtwächter ihre Runden drehte und daran erinnerte, dass es ja noch so viel zu sehen gäbe, wäre ich sicher nicht weit gekommen.

Es war eine wunderschöne Inszenierung. Vor allem war festzustellen, dass sich alle Altersgruppen angesprochen fühlten. Vom Kleinkind bis zur Oma – alles war auf den Beinen, eine perfekte Veranstaltung. Auch die Stadtspitze war vor Ort. Bürgermesiter André Dahlhaus mit Frau und Kind, Altbürgermesiter Klaus Baumann mit Frau, der stellvertretende Bürgermeister Thomas Lay und Frau, sowie Uwe Volkmer (Vorstand Sparkasse Ennepetal-Breckerfeld und Johannes Dennda vom Stadtmuseum Breckerfeld e.V.

DANKE BRECKERFELD – es zeigt, dass es geht, wenn der richtige Ideengeber bereit und in der Lage ist, die richtigen Leute anzusprechen und zur Mitarbeit zu bewegen. Ich denke, im nächsten Jahr und in Folgejahren ist dieses Projekt noch weiter ausbaufähig und könnte bald weit über die Stadtgrenzen hinaus Zuspruch und Anerkennung finden.

Hier noch ein kleiner Streifzug durch den Abend:
[Fotos: (c) Linde Arndt]